Schwindelanfälle & Schwindelattacken

Schwindelanfälle und Schwindelattacken – wenn sich die Welt dreht

Schwindelanfälle und Schwindelattacken gehören zu den häufigsten Beschwerden mit denen Patienten zu Ihrem Arzt kommen. 

Die Schwindelambulanz Sinsheim behandelt sehr viele Patienten mit Anfallsschwindel. Die Erfahrung zeigt, dass man in den meisten Fällen die Patienten gut therapieren oder die Situation verbessern kann. Manchmal helfen einfache Ratschläge, wie man sich zum Schlafen hinlegen muss, um keinen Schwindel zu provozieren, oder konkrete gezielte Übungen, die den Schwindel beseitigen können. In anderen Fällen stehen verschiedene Medikamente zur Therapie zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um mehr als die typischerweise verschriebenen Medikamente (um nur ein paar Beispiele zu nennen: z. B. Arlevert® / Betahistin ®/ Vomex ®/Vertigoheel® / Taumea ®/Ginkopräparate ®etc.). Die Wirksamkeit dieser Präparate wird von uns zwar nicht angezweifelt und auch in keiner Weise beworben, dennoch gehen wir mittlerweile in den meisten Fällen andere Wege und die genannten Präparate kommen eher weniger oder teilweise sogar gar nicht zum Einsatz.

Von einem Schwindelanfall spricht man, wenn der Anfall unvermittelt – ohne Vorwarnung auftritt und die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder ganz oder größtenteils verschwinden. Es gibt typische Krankheitsbilder, die zu Schwindelattacken führen können.

Die wichtigsten sind:

Aber auch bei einem Lagerungsschwindel kann man im weitesten Sinne von einem Schwindelanfall oder Anfallsschwindel sprechen. Typisch für alle Schwindelattacken, die vom Ohr kommen sind Drehschwindel, Kippschwindel, Fallschwindel und sehr häufig der Schwankschwindel. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass nur Drehschwindel vom Ohr käme. Nur in etwa 20% der Fälle steht hier Drehschwindel als Hauptsymptom im Raum. Die meisten Patienten klagen über Unsicherheiten, Schwanken oder auch Fallneigung. Die weit verbreitete These „Schwankschwindel ist Angstschwindel“, ist schlicht und ergreifend falsch.

Ein wichtiger Hinweis, dass der Schwindel durch eine Störung im Innenohr ausgelöst wird, ist die Verstärkung des Schwindels bei Betreten von vollen oder leeren Plätzen, Treppenhäusern oder Supermärkten sowie bei sich ändernden Lichtverhältnissen. Dies ist in den meisten Fällen keine Agoraphobie (Die Angst vor großen Plätzen), sondern ein Hinweis auf eine gestörte Fixationssuppression.

Mit anderen Worten: Das Auge unterdrückt den Schwindel und wenn das Auge abgelenkt wird, verstärkt sich der Schwindel. Gerade für ältere Menschen sind die Schwindelattacken oft mit der Angst vor Stürzen verknüpft. Schwindel kann sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen, keineswegs muss es sich hier immer um einen Drehschwindel halten, deutlich häufiger klagen Patienten über Schwank oder Kippschwindel, manchmal auch einfach nur über Gleichgewichtsstörungen oder Fallschwindel. Das liegt daran, dass ein gestörter Rezeptor immer nur die Beschwerden hervorrufen kann, die er auch empfinden kann. D.h. wenn ein Schwank oder Liftrezeptor wie Sakkulus oder Utrikulus geschädigt sind, kann es nur solche Fehlmeldungen hervorrufen.

Schwindelanfälle haben verschiedene Ursachen

Schwindelanfälle & Schwindelattacken können unterschiedliche Auslöser haben. Dies können sein: 

  • Medikamente
  • Nebenwirkungen
  • Erkrankungen des Innenohrs
  • Herz Kreislauf Erkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Reisekrankheit
  • Erkrankungen von Nerven
  • Stoffwechselstörungen
  • Sonnenstich oder Hitzschlag
  • Genuss von Alkohol

Auch die Folgen eines Schlaganfalls, einer Migräne oder einer Störung des Gleichgewichtsorgans können diese Schwindelattacken auslösen. Verschiedene Koordinationsübungen, aber auch Bluttests, Hörtests oder Computertomografien können notwendig sein, um Ihren Schwindelattacken auf den Grund zu gehen.

Wie stellt man die richtige Diagnose?

Als Arzt lernt man in der Ausbildung, dass die Krankengeschichte, die sogenannte Anamnese, die meisten Untersuchungen ersetzt, da man nur anhand der Symptome schon eine Diagnose stellen könnte. Die Gefahren hierbei sind allerdings, dass Arzt und Patient nicht die gleiche Sprache sprechen. Die Sprache ist ein gefährliches diagnostisches Kriterium, denken Sie einmal daran, wie oft wir im Laufe des Tages etwas falsch verstehen oder sogar Streit entsteht,  nur weil Worte unterschiedlich interpretiert werden. Aus diesem Grund stellen wir die Anamnese an das Ende der Untersuchungen und bemühen uns objektiv Fehlfunktionen einzelner Organsysteme, der verschiedenen Abschnitte des Innenohres, des Gehirns, der Halswirbelsäule usw. zu erkennen. Nach der körperlichen Untersuchung durch einen Arzt werden zunächst umfangreiche aparative Untersuchungen mit den Patienten durchgeführt, da bei diesen Methoden eine objektive Beurteilung erheblich einfacher als bei einer reinen Anamnese ist. Eine Anamnese ist niemals objektiv.

Lassen Sie sich doch einmal ein Gemälde welches sie nicht kennen, von zwei verschiedenen Personen beschreiben. Nachdem Sie sich das Bild vorgestellt haben, schauen Sie sich das beschriebene Bild einmal an. Sie werden sich wundern. Die Diagnostik setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen. Zur Abklärung von Funktionsstörungen des Innenohres führen wir einen Hörtest durch und messen den Druck des Mittelohres mit der Tympanometrie durch Funktionsprüfung der Gehörknöchelchen. Der weitere Verlauf der Hörbahn wird mittels der BERA oder auch FAEP’s überprüft. Hier findet man Hinweise auf Veränderungen im Verlauf der Nervenbahn, wie bei Vestibularisschwannomen, Multipler Sklerose und auch Gefäß – Nervenkontakten (Vestibularisparoxysmie). Der horizontale Bogengang wird mit kalter und warmer Luft gereizt, damit werden Informationen über die Funktionsfähigkeit des Organanteils gewonnen. Die übrigen Bogengänge sind gut durch den Video – Kopf – Impulstest erfassbar. Im nächsten Schritt werden die Schwerkraftorganie Sakkulus und Utrikulus mit Hilfe der subjektiven Visuellen Vertikale (SVV) und den VEMP’s, überprüft. Hier können bereits Differenzierungen zwischen einem Morbus Menière, Bogengangsdehiszenzen und einer anderen Gleichgewichtsstörung erkannt werden. In der Posturographie lassen sich Haltungsprobleme, HWS – Erkrankungen und Polyneuropathie erkennen. Auch weitere Hinweise auf neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Multiple Sklerose, Schlaganfälle etc., lassen mittels Posturographie ermitteln. Durch eine Untersuchung mit offenen und geschlossenen Augen lässt sich Schwindel erkennen, der von den Augen kommt. Zusätzlich werden die mitgebrachten MRT–Aufnahmen des Patienten, noch einmal in einem eigenen Befundsystem neu beurteilt. Auch die Atmung kann Schwindel verursachen, daher messen wir den CO2–Wert der Ausatemluft bei unseren Patienten, um eine chronische Hyperventilation auszuschließen. Unsere Patienten werden zudem mittels klassischer Gang- und Standtests untersucht. Hier finden sich oft deutliche Ursachen für Störungen des Kleinhirns oder der Gleichgewichtsorgane.
Eine der wichtigsten Untersuchungen ist die anschließende Lagerungsprüfung. Diese dient der Erkennung eines eventuell vorliegenden Lagerungsschwindels. Sollte dieser als solcher festgestellt werden, wird gleich im Anschluss ein „Befreiungsmanöver“ durchgeführt, somit kann dieser leicht und schnell behoben werden. Werden all die ermittelten Puzzleteile im Zusammenhang betrachtet, so ergeben sie meist ein gesamtes Bild und die Anamnese ist somit meist vorhersagbar. Phänomene werden somit verständlich, die auf anderen Wegen eventuell als psychisch eingeordnet worden wären. Je nach Krankheitsbild kann in der Regel eine konkrete Therapie eingeleitet oder empfohlen werden. Die weitere Behandlung kann anschließend zu Hause mit Ihrem Hausarzt oder anderen medizinisch tätigen Experten durchgeführt werden. Im Laufe der gesamten Schwindelbehandlung stehen wir unseren Patienten telefonisch zur Verfügung.

Um mit Schwindelattacken richtig umgehen zu können, beherzigen Sie diese Tipps

Bei einem akuten Schwindelanfall sollten Sie sich entweder hinsetzen oder hinlegen, um Stürze und Verletzungen zu verhindern. Haben Sie keine Möglichkeit dazu, dann versuchen Sie sich an etwas festzuhalen, um an Stabilität zu gewinnen. Fixieren Sie mit den Augen einen festen Punkt. Dies kann Sie innerlich beruhigen, bis die Schwindelattacke vorbei ist. Ruhiges Atmen kann helfen, denn Schwindelattacken können auch durch zu wenig oder zu viel Sauerstoff ausgelöst werden. Balanceübungen können Ihnen ebenso helfen, dazu können Sie ein Fitnesscenter aufsuchen. Es gibt aber durchaus auch homöopathische Mittel gegen Schwindel. Bei älteren Menschen kann auch eine Gehhilfe oder der Hüftgürtel helfen. Dennoch sollten Sie zum Arzt gehen, um die Ursachen der Schwindelanfälle abzuklären. Wir sind Ihr Ansprechpartner, wenn Sie unter Schwankschwindel, Lagerungsschwindel, Morbus Menière, Gleichgewichtsstörungen, Benommenheitsschwindel, Altersschwindel oder Vestibularisparoxysmie leiden.

Mechthild und Dr. Bodo Schiffmann, das Ärzteteam der Schwindelambulanz
Mechthild und Dr. Bodo Schiffmann, das Ärzteteam der Schwindelambulanz
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Dr. Bodo Schiffmann, der ärztliche Leiter unserer Spezialambulanz für Schwindelerkrankungen und sein Team werden alles versuchen um die wahre Ursache für Ihren Schwindel zu finden.
Mechthild und Dr. Bodo Schiffmann, das Ärzteteam der Schwindelambulanz

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, die zu Schwindelanfällen führen können. Die bekannteste Erkrankung dürfte der Morbus Menière sein, direkt gefolgt von der Vestibularisparoxysmie und der vestibulären Migräne. Auch der Lagerungsschwindel und der Lage abhängige Schwindel zählen zu diesen Erkrankungen. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen, die nicht so bekannt sind. Auch Herzrhythmusstörungen, Wirbelsäulenerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Durchblutungsstörungen des Gehirns oder Kleinhirns können derartige Symptome auslösen. Es ist sehr wichtig sich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine Klarheit über die Ursache der Beschwerden zu verschaffen, sodass hier keine bleibenden Schäden entstehen.

Dr. Bodo Schiffmann